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Sandteufel

Wenn der Traktor die Egge über das Feld zieht, es dabei trocken und windig ist, kann das spektakulär aussehen. Mit den alten Traktoren ohne Kabine war das für den Bauern keine angenehme Arbeit, in Tüchern eingehüllt versuchte man sich etwas vor dem Staub zu schützen. Nach der Arbeit war der Staub überall, Nase, Ohren, in der Kleidung, die Augen brannten und über die gesundheitlichen Spätfolgen brauchen wir gar nicht erst zu reden.

Heute mit Kabine und Klimaanlage ist das erträglicher. Die Arbeit ist immer noch eine schwere körperliche und wegen der ständig fallenden Preise für kleine Betriebe nur noch mit einen Nebenberuf möglich. Wer diese Arbeit nicht liebt, hört auf. Die Erzeugung von Bio-Produkten (soweit überhaupt möglich) geht immer mehr auf die großen Betriebe über. Nur auf großen Flächen kann man keine Bioprodukte anpflanzen.

Wenn man Aufwand und Nutzen bei einem Bauern in Betracht zieht und sich dann die Preise im Supermarkt ansieht, stellt sich für mich die Frage, wofür arbeiten die noch. Es kann jedoch  nicht sein, dass ein Land von der Nahrungsmittelproduktion anderer Länder abhängig ist, wobei sich gleichzeitig die Frage stellt, wovon leben die Menschen dort?


 

17 Kommentare zu “Sandteufel

  1. african queen

    deine Gedanken über dieses äußerst schwierige Thema gefällt mir, unser derzeitiges Wirtschaftssystem nicht für uns Menschen erdacht, sondern nur für Geld und Macht.Was du beschreibst ist eine dieser fatalen Auswirkungen.
    die Menschen denken darüber nicht nach, daß es uns alle betrifft, mehr oder weniger. derjenige, der sich dann diese
    teuren Bio-Produkte leisten kann, denkt er handele korrekt, der jenige, der weder Zeit noch genügend Geld zur Verfügung hat, denkt schon gar nicht nach,das befördert solch eine Entwicklung.Wir können nur bei uns selbst beginnen
    etwas zu verändern, im Erkennen,im Kopt, im Handeln. Irgendwann wird es zwangsläufig kippen.Es gibt soo viel zu tun—-
    viele junge Menschen versuchen einen anderen Weg mit neuen Ideen zu gehen, es sind noch zu wenige, vielleicht werden es wehr……..

    1. Gerhard Post author

      Wir können nur hoffen, das genügend neue und friedliche Wege gefunden werden, dass es eine gerechtere Welt geben wird.

    1. Gerhard Post author

      Ja leider. Wenn man sich mehr mit diesem Thema beschäftigt, stellt man schnell fest, dass nicht alles so ist wie es scheint.

  2. ellen

    Ja..ganz schön trocken bei euch, hab hier noch keinen Traktor gesehen.
    Ich weiß- wir haben einen Bio-Bauer in der Familie, der bearbeitet seine Felder nur mit seiner Frau als Unterstützung . Ein harter langer Tag mit ganz wenig Freizeit. Mit 60 Jahren ist er schon ziemlich kaputt.
    LG
    Ellen

    1. Gerhard Post author

      Dass er mit 60 Jahren schon sehr verbraucht ist, zeigt deutlich was das für eine körperliche Belastung ist. Ich bin der Meinung, dass Diejenigen, die den Massentierhaltungen und sonstigen Großbetrieben die Förderungen in den Allerwertesten schieben, seine Arbeit eine Zeit lang übernehmen sollten, damit sie sich vielleicht besinnen, wem die Förderungen eigentlich zustehen. Es geht in Politik und Wirtschaft eben nur um Geld und nicht um geleistete Arbeit.

      1. ellen

        Ja…leider, wie immer : Profit steht an oberster Stelle. Egal was gut ist oder schlecht!
        P.S. schade dass ich deine Kommentare nicht mehr „zugeschickt“ bekomme seit du den neuen Blog hast.

  3. Ule Rolff

    Diese Entwicklung bekümmert mich auch. Landwirtschaft war noch nie eine leichte und gut bezahlte Arbeit, aber wir Verbraucher fördern die Fehlentwicklung, verursachen sie womöglich sogar: billig sollen die Produkte sein, Qualität ist nicht so wichtig, Hauptsache wir können viiiel (und viiiel Fleisch natürlich) kaufen und essen und wegwerfen, womit wir zugleich noch unsere Gesundheit ruinieren.
    Alternative? Billige Massenware nicht kaufen, Lebensmittel mit Respekt und Dankbarkeit behandeln, weniger, aber Wertvolles essen; Politiker nicht wählen, die Fehlentwicklungenunterstützen.
    Dann bleibt den Bauern mehr, wir bleiben gesünder und die Natur auch.
    Wenn das alles dann etwas teurer ist (da bin ich gar nicht so sicher, wenn Quantität gegen Qualität getauscht wird), sollte man vielleicht auf den Zweit- ode Dritturlaub per Flieger verzichten.
    Sehr sprechende und ansprechende Fotos hast du übrigens aufgenommen ☺.

    1. Gerhard Post author

      Wir leben leider in einem System, dass nach Macht und Geld dürstet. Dazu kommt noch die „Geiz ist geil“ Mentalität und die Unwissenheit, was wir unserem Körper mit schlechten Lebensmitteln antun.
      Wenn ich beim Bauern direkt einkaufe, zahle ich im Grunde auch nicht mehr als im Geschäft, habe den vollen Geschmack und weiß, wie alles produziert wurde. Wenn man auf dem Land lebt ist das kein Problem, nur Städter können das in der Regel nicht.
      Politiker nicht wählen?, wir wählen Parteien! Wir leben nicht in einer Demokratie, sondern in einer Plutokratie. Egal, was wir wählen, das Wirtschaftssystem ändert sich dadurch nicht. Wahlversprechen gelten, wenn überhaupt jemals der Gedanke zur Einlösung bestand, längstens bis zum Besuch des ersten Lobbyisten.

  4. Monika

    Tolle Bilder, und deinen Gedanken dazu kann ich nur zustimmen! Wir beuten die Natur aus, wir beuten andere Länder und Menschen aus, alles nur für die Profitgier und die Machtgelüste einiger weniger.
    Liebe Grüße
    Monika.

    1. Gerhard Post author

      Das ist ein schwieriges Thema, das viel mehr Aufmerksamkeit bedarf. Oft fehlt uns das Hintergrundwissen über all die Schandtaten, die um uns herum geschehen.
      Wir wissen und wir spüren, dass vieles im Argen ist.

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