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Behindertengerecht!?

Diese Treppe befindet sich mitten in einem Einkaufszentrum. Mit einer Steigung von etwa 30° wäre die Benutzung ein gewaltiger Kraftakt, dazu kommt noch, dass der Abstand der beiden Rampen für die hinteren Räder eines Rollstuhles ausreicht, jedoch für die vorderen nur etwa 5 cm Spielraum lassen.

Mein Vorschlag:

Man sollte Planer dieser Konstruktionen einem Rollstuhl, in dem eine Übungspuppe der Feuerwehr (ca. 75 kg) sitzt, diese Treppe hochschieben lassen. Weitere Planungen kann er dann vom eigenen Rollstuhl erledigen.

Die Römer hatten da bereits ein besseres System als das heutige: Nachdem eine neue Brücke für die Öffentlichkeit freigegeben wurde, musste der Baumeister unter ihr stehen, während die Massen sie benutzten.

6 Kommentare zu “Behindertengerecht!?

  1. peter bachstein

    vielleicht sollten solche baumaßnahmen mit architekten erörtert werden, die selbst beispielsweise rollstuhlfahrer sind. es gibt übrigens auch blinde architekten, die bei der planung blindengerechter häuser hinzugezogen werden.

    1. Gerhard Reimann Post author

      Das Problem ist hier ja nicht, dass es keine fähigen Architekten, Baumeister oder Planer gibt, sondern das es den Investoren meist egal ist, was da gebaut wird. Es soll nur schnell und vor allem mit viel Steuergeldern gebaut werden. Bei der behördlichen Abnahme wird auch nicht so genau geschaut, da entweder verwandt, verschwägert oder mindestens befreundet. Was hier so manches Mal passiert könnte auch genauso in den so oft belächelten Bananenrepubliken passiert sein. Bei den wichtigen Entscheidungen ist der Bezirkshauptmann sowieso immer wegen eines plötzlichen anderen Termins verhindert, so das einer aus den unteren Rängen diese Entscheidung treffen muss – und dieser hat oft keine Fachkenntnisse oder kann aus den oben genannten „Bandelungen“ keine richtige Entscheidung treffen.

  2. Hans

    Hauptsache dem Gesetz wurde genüge getan, ob dieser „behindertengerechte“ Zugang praxistauglich ist, interessiert doch nicht. Es geht schließlich um Kosten sparen. So kennt man das ja von überall. Ein Behinderter im E-Stuhl oder Emobil wird diese steile Steigung sicher nicht schaffen können, selbst wenn sie breit genug für die Räder sein sollte. Der Behinderte im Normalstuhl, allein auf sich gestellt, sowieso nicht. Er braucht einen versierten Helfer, der ihn rückwärts hochzieht. Dann geht es. Denn rückwärts geht sicherer und einfacher als vorwärts schieben.
    Leute mir Rollator, wie ich, würden diese schmale Rampe auch meiden und lieber den Treppenteil Stufe für Stufe absolvieren (falls man sich entscheidet dieses Einkaufszentrum überhaupt besuchen zu wollen).

    Hast du schön gesehen und mir gefällt Deine Einstellung zu dem Thema.
    LG Hans

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